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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Eine Einführung zur Rückkopplung & Aussöhnung

Das menschliche Nervensystem kann Erfahrungen mit der Umgebung auf 
verschiedenen  Funktionsebenen  des  Nervensystems  festhalten  und  diese 
später im Alltagsmoment erneut gebrauchen bzw. aktivieren. Es kann dann 
sogar   verschiedene   Erfahrungen   neu,   kreativ   und   wirkungsvoll   in 
Verbindung   bringen.   Es   sind   so   auf   der   Welt   Milliarden   von 
Erfahrungswelten,   Lebenseinstellungen  und  Lebensansichten,   Milliarden 
von Vorstellungs- und Erlebniswelten entstanden. Jeder Mensch hat seine 
eigene  Erlebniswelt.   Doch   bei   der   ganzen   geistigen  Vielfalt   hat   jedes 
Nervensystem nur ein Ziel!
Ein   Ziel!   Jedes   Nervensystem   möchte   unmittelbar   aktivierte 
Nervensystembereiche wieder deaktivieren. Eine Deaktivierung stellt eine 
überlebenswichtige   Aussöhnung   des   Nervensystems   mit   dem 
Lebensmoment im Umgebungssystem dar. Ohne Deaktivierung von aktiven 
Nervensystembereichen würden wir im Alltag „hängen bleiben“, aktivierte 
Nervensystembereiche   würden   sich   „stapeln“,   wir   würden   uns   geistig 
überfordern,   überlasten,   uns   blockieren,   die   Umgebungsveränderungen 
würden uns „überrennen“. Die Deaktivierung bzw. Aussöhnung ist letztlich 
die   Voraussetzung   für   eine   neue,   aktuellere   Aktivierung   von 
Nervensystembereichen im Alltag. Ein geistiges Fliessgleichgewicht, durch 
stetige   Rückkopplung   und   Aussöhnung   erhalten,   lässt   uns   im 
Lebensmoment   sein.   Jede   neue   Aktivierung   stellt   wiederum   eine 
Rückkopplung mit dem Lebensmoment dar und muss natürlich auch wieder 
ausgesöhnt bzw. deaktiviert werden. Das geht so von Moment zu Moment, 
Tag   ein   und   Tag   aus,   bewusst   und   auch   unbewußt...     Doch   die 
Aktivierungen und Deaktivierungen von Nervenzellenbereichen (in diesem 
Werk   werden  sie   später   neuronale  Wirkeinheiten  genannt)  gehen  nicht 
spurlos an uns vorüber. 

Es   kommt   im   Alltagsmoment   in   besonders   gut   formbaren,   bzw. 
lernfähigen   Nervensystembereichen   zu   neuen   Verbindlichkeiten.   Dort 
gilt:   Neuronale   Wirkeinheiten,   die   zur   gleichen   Zeit,   also   im 
Alltagsmoment bewusst oder unbewusst aktiviert werden, verbinden sich 
auch   miteinander!   Je   nach   Art,   Häufigkeit   und   Intensität   der 
gleichzeitigen Aktivierungen entstehen mehr oder weniger umfangreiche, 
mehr oder weniger direkte, mehr oder weniger starke, mehr oder weniger 
wirkungsvolle   Verbindungen   zwischen   diesen   gleichzeitig   aktivierten 
neuronalen   Wirkeinheiten!   Es   entstehen   also   so   neue   neuronale 
Wirkeinheiten   im  Alltag.   Es   entstehen   so   letztlich   Gewohnheiten   im 
weitesten Sinne des Wortes...

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