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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Nachspiel

Prinz: Ich glaube ich bin hier im Moment fertig mit dem Tellerputzen. Ich  

habe gerade ein Gedicht für uns auf meinem güldenen Tellerchen  

freigerubbelt bzw. entdeckt! (Prinz liest vor):

Ich bin’s der Wanderer.

Genieße bewusster nun mein Leben.

Einst war ich stolz – arm  in sich selbst.

Reich nun durch jenen Weg, der durch mich lebhaft floss und fließt.

Was sträubt sich noch? Ist’s das Alltagsleben?

Ist’s das Leben was sich sträubt in mir?!

Obwohl ich weiß, dass es immer weitergeht!

Es fließt – im Moment und kräftiger wie du und ich – wild!

Prinz stutzt, nimmt den Lappen, putzt, entdeckt ein Sätzlein noch und 

spricht:

 

Wohl kaum lohnt sich’s zu sträuben, 

wie ich das Leben kenne.

König: Auch leuchtet hier bei mir ein Spruch! (König liest): 

Gut, Gut. Doch weißt du wirklich wer DU bist?

Weißt du wirklich wer ICH bin? Wer WIR sind! 

Sei ehrlich! Nun bin ICH der Zweifler!

Ja auch ich stell’ meine Fragen geradewegs,

für mich und dich und damit meine Ehrlichkeit zu deiner:

*Kann ein Wanderer jemals wissen, wer er ist?

Kann ein Wanderer fertig-sein als solcher? 

Jemals, wenn Sie und Er und Es und Wir 

doch immer auch noch weiter gehen?

 

Prinz: Sehr gut. Unsere Spiegel stehen! Doch nur Geduld! Denn du ahnst 

(wie ich) die (Ent)Spannung der (Un)Endlichkeit, wenn sich zwei Spiegel 

in einander spiegeln. Ja, der Raum wird weit, ruhig und frei der Blick, 

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