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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Gesellschaftsteilnehmer   anzupacken   ist.   Wie   ist   die   geistige   Freiheit 
einzusetzen, wie mehrt eine ökologische Gesellschaft die Lebensqualität 
jedes einzelnen Gesellschaftsteilnehmers? Welche Rolle vermag sie in der 
Verbindlichkeit des Alltagslebens in unserer Zeit zu spielen?

Das Grundproblem der menschlichen Existenz lässt sich mit Hilfe dieser 
Texte im Alltag so gut lösen wie nie zuvor. Und es ist wichtig zu wissen, 
dass jeder Mensch mit einigem Engagement im Alltag und vor allem in 
beachtlicher   Selbstständigkeit,   bzw.   individuell   und   intim   dieses 
Grundproblem lösen und auch seine grundsätzlichsten Ängste überwinden 
kann.  Wir   wissen  heute  aus   der   Ökologie  sehr   genau,   dass   z.B.   kein 
Mensch grundsätzlich mehr Angst vor einem Getrenntsein haben braucht. 
Über   krankhafte  Formen  der Angst  beim  Menschen  kann  ich  mir  hier 
jedoch kein Urteil erlauben. Doch wir sind und bleiben immer auch ein 
untrennbarer   Bestandteil   der   Vielfalt,   trotz   ihrer   und   unserer 
Veränderlichkeit   über   die   Zeit.   Dies   muss   einem  Kind   in   der   Schule 
vermittelt   werden.   Wir   müssen  nur   lernen,   uns   diesem  Verbundensein 
konsequent im Alltag zu stellen, es in unser Selbstbild aufzunehmen und 
daraus und darin unser Alltagsglück und unsere Zufriedenheit zu schöpfen. 
Diesem Einssein bewusster zu werden, es immer wieder zu erkennen, zu 
fühlen  und  zu  spüren,  diese  Geborgenheit  des  Einsseins  immer  wieder 
ganzheitlicher  in  der Vielfalt  der Alltagssituationen  zu erleben,  sich  an 
diesem Einssein letztlich zu erfreuen, in ihm individuell und zufrieden zu 
werden, uns immer wieder als Knospe dieser Vielfalt zu begreifen, dies will 
über   viele   Jahre   liebevoll   von   den   Eltern   begründet   und   schließlich 
selbstbewußt initiiert sein, dann über viele Jahre bewusst entdeckt, bestaunt 
und   gelernt   sein,   geübt,   praktiziert.   Dann   erst   wird   es   zunehmend 
ganzheitlicher gelebt und dann erst lässt sich diese neue Überall-Heimat 
tatsächlich, ehrlich, tief fühlen und wunderbar genießen!
Nur   wenn   wir   unser   Verbundensein,   unser   Verschmolzensein,   unser 
Einssein mit der Vielfalt immer wieder im Alltag entdecken, erkennen und 
grundsätzlich   verstehen   und   fühlen   lernen,   schließlich   ganzheitlicher 
begreifen,   und   uns   daraufhin   immer   wieder   bewusst   ausrichten, 
Fensterchen suchen, einfordern, uns mit der unmittelbar wirksamen Vielfalt 
im Alltagsmoment auszusöhnen versuchen, können wir unsere Existenz, ja 
alles Seiende überhaupt immer wieder als grundsätzlich positiv erleben und 
Verluste   zuversichtlich   (er)tragen   lernen   und   auch   den   überraschten, 
verstörten,   sarkastischen,   verzweifelten,   depressiven,   neidischen, 
verängstigten,   egoistischen,   dominanten,   manischen,   gewalttätigen 
Menschen verzeihen und, wenn sie sich Hilfebebedürftig zeigen, helfen, 
auch   helfen   ihre   rational-folgerichtige,   emotional-assoziative   oder 

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