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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Sprache   kann   also   auch   zum   sinnvollen   Geräusch,   zum   rational-
folgerichtigen   Klang,   zum   Gesang,   zum   bewussten   Sprachgefühl,   zur 
Musik, zum ganzheitlicheren, emotionalen Erlebnis bzw. zum emotional-
assoziativen Gedanke mit konkretem (tieferen) Sinn bzw. mit spezieller 
Sinnlichkeit für dich und andere werden. Das bedarf aber auch der Übung, 
benötigt   besonderes   Vertrauen,   Momentfreiheit   und   Ehrlichkeit, 
musikalisch-künstlerische   Erfahrung   eben.   Willst   du   nicht   schnulzig 
wirken,  ist   es   eine  ganzheitliche,  musikalisch-künstlerische Ausbildung. 
Dann hast du auch als Sänger oder Sprecher nicht mehr das Empfinden 
»auszulaufen« oder von deinem allgemeinen und momentanen emotional-
assoziativen  Denken  zu  viel  an  deine  Ratio  zu  verlieren.  Du  lernst  in 
deinem Vortrag oder beim bewussten Zuhören in der Sprache bzw. der 
Musik zu leben.
Suche   dir   anfangs   für   die   große   MW-Arbeit   Umgebungssituationen, 
Situationsdrogen   usw.,   die   das   emotional-assoziative   Denken   leicht 
machen, Situationen, welche schon automatisch die rational-folgerichtigen 
Gedanken lösen. Es werden anfangs immer Situationen sein, in denen du 
dich wohlfühlst! Während der großen MW-Arbeit wirst du in der Praxis 
merken,   wie   wichtig   und  nahe   verwandt   Übung,   Wohlfühlen,   Lieben-
können,   Umschalten-können,   Loslassen-können,   Sich-sicher-sein-können 
und Vertauen-können sind. In der Ausbildungspraxis kommst du mit diesen 
recht   abstrakten   Begrifflichkeiten   immer   ganz   konkret   und   direkt   in 
Berührung.   Doch   darauf   kann   dieses   Buch   nur   rational-folgerichtig 
hinweisen.   Lerne   deine   Emotionalität,   dein   emotional-assoziatives 
Gedankeninventar   kennen,   indem   du   deine   emotional-assoziativen 
Gedanken   ernst   nimmst   und   bewusst   im   Alltag   auf   sie   und   deine 
Emotionalwerkzeugarbeit   zu  achten  beginnst  und  diese  gleichberechtigt 
neben   deine   RW-Arbeit   stellst.   Die   emotional-assoziative   Erlebniswelt 
bzw.  das Stadium der Verschmelzung, des  Einl(i)ebens  und der  Übung 
fordert dich ganzheitlicher, auch deine Körpereinheit. Du wirst dich geistig 
und   oft   auch   körperlich   bewegen   müssen,   z.B.   bei   deinem  Ski-   und 
Snowboardkurs;   oder   wenn   du   dich   einarbeitest;   wenn   du   etwas 
Ungewohntes erlernen willst; wenn du dein neues Auto testest; bzw. wenn 
du den Bewusstwanderzyklus im Alltag anwenden willst. Es ist die Phase 
in der sich ein Assoziationsfeld, ein Körpergefühl, eine Stimmung, eine 
Emotion, eben ein emotional-assoziativer Gedanke bildet und entwickelt. 
In dieser Phase tust du, versuchst, lebst du, verbringst du Zeit, kommst du 
deinem   Ziel   näher   und   in   dieser   Phase   jedes   (Kennen)Lernprozesses 
entsteht   zunehmend   deine   ganzheitlichere,   emotional-assoziative 
Verbundenheit, (er)lebst du eben die Phase der Verschmelzung. Am besten 
du lernst neue Sportarten und Alltagsfertigkeiten und du wirst nun immer 

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