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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

emotional-assoziative   Denkfähigkeit   diese   elementare   Unsicherheit   und 
Schwäche befriedigen und beantworten kann, bin ich einem erfüllteren, 
menschlichen Leben ein gutes Stück bewusst näher gekommen.
Das würde begründen, warum ich die Ausbildung fortsetzen und meine 
Vorstellungen und mein Nervensystem veränderlich halten sollte. Denke ich 
über das rational-folgerichtig Antworten und Fragen nach, zeigt mir meine 
eigene rational-folgerichtige Denkfähigkeit, dass es Fragen gibt, welche 
nicht zu beantworten sind, zeigt mir mein RW seine eigenen Grenzen. 
Eine  Grenze,   die  verhindert,   dass   ich  allein  mit  rational-folgerichtigen 
Gedanken   eine   vollkommene,   letzte   Sicherheit,   Zufriedenheit   und 
Befriedigung im Lebensmoment für mich erzeugen kann. Sobald mir die 
emotional-assoziative Gedankenwelt in ihrer Existenz bewusst wird und 
ich sie im Alltagsmoment gleichberechtigt neben der rational-folgerichtigen 
Gedankenwelt   gebrauche,   ist   dieses   Problem,   ist   diese   rational-
folgerichtige Grundsatzfrage, dieses »rational-folgerichtig (Ver)Suchen und 
Kennenlernen müssen« immer wieder wichtig, letztlich aber auch immer 
wieder   aussöhnbar,   kann   sich   letztlich   immer   wieder   im  Stadium  der 
Verschmelzung, des Einl(i)ebens und Übens emotional-assoziativ lösen.
Die Ausbildung und das Leben ist mehr als rational-folgerichtige Gedanken 
fassen können, mehr als deutlicher Unterschied, als Wort und Zeichen, ist 
mehr als Beschreibung. Es ist auch rational-folgerichtiges Loslassen und es 
ist   »für   sich   Mut   und   Vertrauen   einfordern«.   Ich   benötige   Mut   zum 
emotional-assoziativen   Rückkoppeln   und   Aussöhnen,   zum   emotional-
assoziativen Antworten. Habe ich wenig Vertrauen und wenig Mut, dann 
benötige ich Wiederholung, Spiel, Übung im Umgang mit einer Wirkeinheit 
oder Wesenheit und der Mut und das Vertrauen wird wachsen. Dies gilt 
auch für die Rückkoppel- und Aussöhnarbeit selbst.

RW-Frage: Wie antworte ich mit meinem   EW oder   MW auf rational 
Fragen wie diese?
RW-Antwort:   Mit   Geduld,   vielleicht   mit   Worten,   einer   Bewegung, 
Körperlichkeit, Musik, einer Geste, im liebevollen Gestalten und Verändern 
von  Wirkeinheiten  der   Umgebung,  mit  Kreativität,   mit  veränderlichem 
Sein, mit anders und neu sein oder mit Stille. Ich antworte auch mit Taten. 
Ich antworte und gestallte bewusst aus meinem emotional-assoziativen oder 
ganzheitlich-freien   Gedanken   heraus.   So   wird   wesentliche   Information 
ganzheitlicher, menschlicher ausgetauscht. Manchmal ist es ein Wort, ein 
Gedicht zur rechten Zeit, am rechten Ort. Ein Lächeln, ein Kuss, Geduld. 
Steht hinter der Tat bewusste EW-  oder MW-Arbeit, wird die Tat zum 
wirksamen Kommunikationsmittel. Sie drückt aus, was nicht konkret in 
einzelnen Worten fassbar ist. Manche nennen es dann darstellende oder 

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