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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Vieles unerklärbare kommt dann mit der Routine, denn auch hier bilden 
sich   ja   über   die   Zeit   emotional-assoziative   Nervensystembereiche.   Du 
bekommst ein Gefühl für das bewusste Rückkoppeln- & Aussöhnen. Es 
„fällt“ etwas in dein Unterbewusstsein, was doch immer wieder und sehr 
direkt etwas mit Bewusst-Sein zu tun hat. Am Ende deiner Ausbildung und 
auf dem Kammweg des ganzheitlich-freien Denkens & Lebens hast du 
auch gelernt bewusst zu träumen! Hilfreich und Wirkungsvoll kann dein 
Denken dann auch am Tage sein. Mehr sei hier nicht gesagt.

Prinz: Wie, du willst mir erzählen, dass ich im Traum erlebe, was nach 

dem Aufwachen dann erst und genau so passiert?

König: Was du dir bei dem folgenden Beispiel denkst, ist dir überlassen. 

Ich saß jedoch eines schönen Herbstabends auf einem Hochstand im  

Wald und beobachtete das Rotwild. Der Herbnachthimmel versprach 

wunderbar klar zu werden, denn die Atmosphäre war schon kalt und kalte  

Luft nimmt ja weniger Wasserdampf auf... so klar wird im Sommer der 

Nachthimmel nie. Ich machte mir so meine Gedanken und mein Rotwild 

ging seiner Wege und hatte sicher heute Nacht noch ein anderes »Stell-

dich-ein« und so legte ich mich in den Hochstand. Diagonal passte die  

Isomatte genau in den kleinen Bretterverschlag und mit meinem  

Daunenschlafsack und der Herbstwaldluft um der Nase versenkte ich  

mich noch mal in meine Tageserlebnisse und bald war mir nicht mehr 

bewusst, dass ich tief und fest schlief. Sicher verschlief ich die nächtliche 

Brunft... 

Irgendwann jedoch kam ich dann im unbewussten Schlaf zum 

(Traum)Bewusstsein. Ich träumte sehr klar. Ein Waldmann kam auf leisen  

Sohlen den Waldrand entlang. Er wollte ganz sicher genau auf meinem  

Hochstand ansitzen und mich überkam ein gar schauderhafter Gedanke  

im Morgengrauen. Wenn ich nicht aufwache und ihn unten leise warnte, 

dann erschrickt er am Ende und fällt vom Hochstand rücklings und 

bricht sich Hals und Ohren. Ich bin dann an seinem Tod schuld! Ich  

kämpfte regelrecht aus dem Traum herauszukommen, aufzuwachen, die 

Augen aufzuschlagen, meine Beine zu bewegen und aufzustehen,  

möglichst bevor er die Tür aufzieht und erschrickt. 

Ich schaffte unter Aufbietung meiner ganzen Bewusstseinskraft 

aufzuwachen und aufzustehen. Mir war dabei als hätte ich eine Bleiplatte 

von mir gestoßen, als hätte ich – alles oder nichts – nur noch diese 

Chance.

Ich war nun jedenfalls wach und der Morgen dämmerte tatsächlich und 

da – ein Geräusch am Waldrand! Ein Waldmann kam und ging leise in 

meine Richtung. Und als er gerade an den Hochstand tritt und seinen 

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