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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Ausbildung allgemein?
Mögliche RW-Antwort 2: Brot – Essen – Ausbildung? Ohne Nahrung ist 
dauerhaft keine Ausbildung möglich. Wie ich mir mein Essen im Wüstenstil 
besorge, ist klar. Entweder in den Laden gehen und mit Geld kaufen. Oder 
in Wald, Wiese oder den Garten von Opa Max gehen und Essbares suchen, 
bestimmen,  austesten,   sammeln.  Oder   Menschen  helfen  und  das   Essen 
automatisch geschenkt bekommen. Oder einfach leben und weiterwandern, 
und geduldig sein. Wenn nichts Essbares zu bekommen ist, brauch ich nicht 
gleich hysterisch zu werden und mir den Moment zu verderben. Ich sollte 
diese Hysterie mit einer Fastenaktion von 3-30 Tagen aussöhnen. In dieser 
Zeit wird mir als Normaldeutscher mehr Essen vor die Füße fallen, als mir 
gut   tut.   Im   Sommerhalbjahr   bietet   die   heimische   Vegetation   ohnehin 
gesunde Rohkost in Form von essbaren Wildpflanzen. Da ich Vertrauen in 
mein derzeitiges Umgebungssystem habe, lasse ich das Brotessen gelassen 
sein, denn es würde mich jetzt nur bei der Lesearbeit belasten.

Mögliche RW-Frage 3: Und hat der Gedanke »Brot« für mein Leben im 
Allgemeinen eine Bedeutung?
Mögliche RW-Antwort 3: Brot - Essen - ist Leben, ist Genuss, ist ein Akt 
der materiell-energetischen Verbindung mit dem Umgebungssystem. Essen 
bedeutet   sich   mit   Stoffwechseldrogen   der   unteren   Genussdrogenstufen 
wirkungsvoll zu verbinden, sich zusammen mit ihnen zu verändern, sie auf 
und in sich wirken zu lassen und sich von ihnen wieder zu lösen. Essen ist 
eine   fundamentale   und   sehr   natürlich-biologische   Tätigkeit   aller 
Dissimilatoren. Ohne Nahrungsaufnahme gibt es kein heterotrophes Leben, 
kein natürlich menschliches Leben. Von den Genüssen des gemeinsamen 
Essens zusammen mit anderen Menschen und Tieren ganz zu schweigen. 
Nach   vierzig   Tagen   ohne   Nahrung   wird   die   Nahrungsaufnahme   ein 
existenzielles Muss.
Aber nun bin ich satt und weiß, auch nachher werde ich etwas finden, 
außerdem habe ich 40 Tage Zeit, etwas Essbares zu finden. Also, keinen 
besonderen Gedanken wert. Ich bin nicht hungrig und habe nun Lust auf 
weitere bewusste Rückkopplungen und Aussöhnungen – denn ich bin ja 
nicht nur zum Essen auf der Welt. 
Aussöhnungstat: Ich söhne den »Essen-Brot-Gedanke« meditativ aus und 
in dem ich mich mit anderen Teilen der Vielfalt beschäftige.

Das   nächste   Mal   beim  Essen,   werde  ich  vielleicht  schon  etwas   mehr 
genießen können und weniger überlegen müssen. Ich gehe also auch beim 
Brot-Essengedanken   über   die   Tage   und   Jahre   bewusst   vom   rational-
folgerichtigen Rückkoppeln zum emotional-assoziativen Rückkoppeln über. 

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