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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Hier einige Ausführungen zur Ökologie: Die Ökologie ist die Lehre bzw. 
die Naturwissenschaft vom Haushalt der Natur. Die Ökologie erforscht und 
betrachtet die Bestandteile und Wirkungszusammenhänge von Systemen. 
Was   ist   in   unserer   Umgebung   vorhanden   und   gehört   zum 
Wohnungsinventar   und   für   was   sind   die   Wohnungsbestandteile   und 
Einrichtungsgegenstände  nützlich  bzw. in welcher Beziehung  stehen sie 
zueinander? 
Die   Ökologie   richtet   sich   vor   allem   nach   der   Wirksamkeit   der 
Einrichtungsgegenstände.   Die   Ökologen   betrachten   sozusagen   das 
Wirkungsgefüge unserer Umgebung ähnlich, wie es jedes Nervensystem 
ohnehin automatisch schon tut – nur eben bewusst und systematischer. Der 
Mensch gehört dabei mit zum Wohnungsinventar und hat erst einmal keine 
besondere Stellung – es sei denn durch eine bestimmte Wirkung auf den 
Naturhaushalt wird eine besondere Betrachtung sinnvoll und gerechtfertigt. 
Die »Wohnung«, welche die Ökologie betrachtet, ist je nach Interesse ein 
Pausenbrot mit Schimmelpilz oder ein Vogelnest, ein Felsgebilde, ein Haus, 
ein See, eine Stadt, eine Landschaft, die Erde, das Sonnensystem. 
So  wie manche Omi,  Mutti und Papi  zum Haushalt  gehören  und  nach 
längerer Zeit schlecht vom Inventar zu trennen sind, so ist das auch im 
größeren Maßstab. Menschen, Tiere, Pflanzen, Pilze, Algen, Bakterien und 
Viren gehören genauso zum Haushalt unserer Erde wie Luft, Wasser und 
Boden. Sie von ihrer Umgebung getrennt zu betrachten ist nur gelegentlich 
sinnvoll oder von Nutzen. 
Mit der Zeit (ca. 4 Milliarden Jahre!!!!!) haben sich die Lebewesen so gut 
auf   der   Erde   entwickelt   und   eingelebt,   dass   es   schwerfällt   sie   vom 
unbelebten Inventar zu trennen. Alles ist miteinander verknüpft und nichts 
steht für sich allein. Alles kommt irgendwo her und geht irgendwo hin. Es 
gibt gigantische Stoffkreisläufe, in denen biotische und abiotische Vielfalt 
gleichermaßen Bestandteil sind. So jedenfalls ist das in der ökologischen 
Vorstellungswelt. 

Nach heutigem Wissen ist es eine utopische Vorstellung, wenn du dich 
beispielsweise von der Atmosphäre getrennt denkst oder siehst. Denn wann 
gehört z.B. das Sauerstoffmolekühl denn zu dir bzw. deiner Körpereinheit 
und nicht mehr zu deiner Umgebung? Wenn es deine Nase passiert? Oder 
eher wenn es in deiner Lunge ist? Oder am Ende vielleicht erst dann, wenn 
es   in   dein  Blut   diffundiert?   Oder   doch  erst,   wenn  es   eine  chemische 
Verbindung mit Atomen oder Molekülen deiner Körperzellen eingeht, die 
ihrerseits auch zeitlich gesehen mehr mit deiner Umwelt zu tun haben, als 
mit   dir.   Unsere   Körpereinheit   ist   in   ständigem Austausch   mit   unserer 
Umwelt. Die Verweilzeit der Atome aus denen du bestehst beträgt Minuten 

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