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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Es   ist   ohne   weiteres   möglich,   wochenlang   Tausende   von   klassischen 
Erlebniswanderungen   zwischen   Sofa   und   Haustür   zu   Unternehmen, 
besonders wenn die Wohnung Fenster  zu bieten  hat bzw. Internet oder 
Weltliteratur oder eine gut bestückte Küche vorhanden ist.

Klassische Erlebniswanderung, Übungsbeispiel 2 

Klassische Erlebniswanderung: Von hier bis nach überall.
Vorbereitungsphase:  Du verlässt dein trautes Heim nach einer kurzen 
Saubermachaktion. Ausreichend pausiert hast du ebenfalls und so betrittst 
du ganz mittig in dir ruhend deine »neue Erlebnisarena der Vielfalt« vor 
deiner Haustür.
Erlebniswanderphase: Du hast dir vorgenommen, alles ganz bewusst zu 
erleben   und   möglichst   viele   kleine   bewusste   Weiterwanderzyklen 
einzuflechten. Also, zuerst die Türe schließen und nun suchen. 
Da! Was für ein Geräusch! Ganz alltäglich eben. Aber alltäglich ist nichts. 
Alles hat neue Aspekte, jeden Tag neu, immer wieder. Noch mal: Tür auf, 
Tür zu – nur so zum Spaß. Verbindungen lösen – Verbindungen herstellen – 
das ist das Leben – genau wie mit... Da kommt die Nachbarin und grinst 
und schaut etwas verwundert drein, was du so mit der Haustür zu schaffen 
hast – du denkst automatisch einen rational-folgerichtigen Gedanken von 
den olivgrünen Schuhen unter der Hecke und dir kommt das Bild, du denkst 
die Situation innerlich bis zur Party und wieder zurück zur Nachbarin vor 
dir – blitzschnell. 
Bist du cool, sagst du »Guten Morgen« und vergisst besser, dass dir diese 
Freundlichkeit deinen ersten bewussten Weiterwanderzyklus gekostet hat. 
Doch dein Gehirn weiß Bescheid und ihr beide könnt stolz sein, dass ihr 
nicht explodiert seid und damit euch den halben Ausbildungstag versaut 
hättet – nur wegen dieser Sache in der Hecke... 
Du lässt dich nicht mehr durch Unbedachtsamkeiten oder Lieblosigkeiten 
deiner   Mitmenschen   von   deiner   persönlichen   Bewusstwanderung 
abbringen. Weiter geht’s. 
Du siehst deine Katze Bärbel-Börne und weil die euch Drei-Einen (Dein 
Bewusstsein,   dein   Nervensystem   und   deinen   restlichen   Körper   inkl. 
Umgebung)   schon   kennt,   lässt   sie   sich   mit   euch   auf   eine 
Schmusewanderung ein. Du knuffst sie ganz bewusst im Nacken und dann 
vorn an der Brust, wo sie soooo schmuselig und weich ist. Du betrachtest, 
berührst, beknuffst und erlebst ihr weiches, schwarz schimmerndes Fell und 
hörst dir ihr wohliges Schnurren und Brummeln an... irgendwann wird ihr 
das dann genug Nähe und schon ist Bärbel-Börne verschwunden. Auch ein 

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