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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Umgebung  immer  seltener  auf  dein  Nervensystem  wirken  und  es  kann 
sogar   passieren,   dass   du   dich   bald   »aktiv«   vor   »unangenehmen 
Neuigkeiten«   abschirmst.   Später   kann   es   dazu   kommt,   dass   dein 
Nervensystem Neuigkeiten, die nicht in den bisherigen »Kram« und in die 
bisherige Vorstellungs- und Erlebniswelt passen ignoriert oder negativ bzw. 
ausgrenzend   aussöhnt.   Du   verstehst   dann   nicht   mehr   deine 
Umgebungseindrücke, die Neuigkeiten bzw. deine unmittelbaren Erlebnisse 
grundsätzlich als positiv erlebte Bestandteile deines eigenen Lebens. Es 
kann dann immer schwerer fallen Verbindungen zu anderen aufzubauen 
und   dein   Freundeskreis,   Berufsfeld,   Hobby,   Ernährungs-   und 
Sexualverhalten kann wie deine Vorstellungs- und Erlebniswelt – relativ 
statisch oder unveränderlich werden. 
Dein   Metawerkzeug   rostet   ein.   Doch   die   Umgebung   veränderst   sich 
ständig – denn alles fließt. Und wer vergisst, nicht stetig und gemütlich 
mitzuwandern,   muss   sich   überraschen   lassen.   Hoffentlich   eine   nette 
Überraschung! 
Besitzt du gerade solch ein sesshaftes Nervensystem, welches schon seit 
geraumer Zeit zwischen Arbeitsplatz,  Kneipe und  Fußballabendsendung 
mit  Bierchen  wandert  und  willst   dennoch  die  Metawerkzeugarbeit   und 
letztlich das ganzheitlich-freie Denken genießen lernen: Muss der Wille ran 
–  denn  du  bist   im  gewissen  Sinne  situationsdrogenabhängig  geworden! 
Deine   Situationsdroge   (Arbeit,   TV,   Fußball,   Bierchen)   ist   deine   sich 
ständig wiederholende Alltagswirklichkeit. 
Nach   den   ersten   steifen   inneren   und   äußeren   Schritten   aus   diesen 
Alltagsituationen beginnt sich auch bei dir die Neugier wieder von allein zu 
regen   und   greift   dir   unter   die   Arme.   Lass   deine   Sinnesorgane   und 
Körpereinheit   ruhig   an   die   Details   des   Lebens   heran   und   dein 
»Entdeckergeist« wird wieder verspielt wie ein junges Waldwiesel. 
Und du wirst wie damals ein Lausbube mit Käsestulle, Schnippsperlen, 
Gameboy und Handy in der Tasche und in der Brust die wilden emotional-
assoziativen   Gedanken,   die   dir   die   Veränderungen   fast   von   selbst 
hineinpflanzen.

Manchmal heißt Neues bewusster zu erleben auch nur ganz still zu sitzen 
und nur zu träumen und mit deinen Gedanken und Innenbildern zu spielen, 
vielleicht weil das für dein Gehirn auch ein neues Erlebnis ist. Du kannst 
dich   auch   in  Alltagssituationen  einfach   fragen   was   denn  neu  an   dem 
momentanen Erlebnis sein könnte und was sich für Parallelen zu anderen 
Erlebnissen   finden   lassen.   Das   musst   du   nicht   übertreiben   –   bleib 
geschmeidig und sobald es einseitig wird oder zu analytisch, hörst du auf 
mit deiner Such-, Erlebnis- und Aussöhnarbeit.  

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