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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

»abgekühlt« werden. 
Hast du das Bedürfnis einfach abzuschalten, führt das zu Problemen, denn 
dein   Nervensystem   kann   nun   gar   nicht   anders,   als   noch   ein   halbes 
Stündchen flink vor sich hindenken. 
Wenn  du  das   nicht  weißt   und  du  mitbekommst,  dass   du  deine  eigene 
Zentrale nicht mehr 100 % -ig wie gewohnt im Griff hast, du vor dir selbst 
nicht genug loslassen, mit dir mitkommen und staunen kannst, dann kann 
dir schlecht werden, du musst dann »brechen«, oder die Situation kann dir 
den ersten Angst- oder Verdrussgedanken bringen. Aus dem kann, unter 
Einfluss   von  bewusstseinsverändernden  Drogen,   in   »Nullkommanichts« 
Panik werden! 
Denn   dein   flexibles   Nervensystem   denkt   nun,   besonders   unter 
Drogenumständen, genauso flexibel und unkontrollierbar auf der Angst- 
oder Verdrussschiene. Um dir selbst die ersten Angstgedanken zu nehmen, 
hast   du  nicht   viel   Gelegenheit.   Du   denkst   schon  flexibler   Weise   den 
nächsten   und   übernächsten   schwarzen   folgerichtig-rationalen   bzw. 
beklemmenden emotional-assoziativen Gedanken, der sich langsam aber 
sicher   in   der   Bauch-,   Herz-   oder   Halsgegend  bemerkbar   macht.   Die 
Situation nüchtern zu betrachten fällt immer schwerer. Du bekommst ein 
ungutes   Körpergefühl...   und   so   kann   es   in   wenigen   Sekunden   dazu 
kommen, dass aus einem angenehmen Freidrehvorgang im Drogenrausch 
eine Angstfalle wird. 
Alles wegen einem kleinen folgerichtig-rationalen Angstgedanken, der sich 
durch das »heißgelaufene Gehirn« zu einem mächtigen und beklemmenden, 
emotional-assoziativen   Gedanken   verstärken   konnte.   Noch   einmal   der 
Hinweis:   Solch   ein   dramatisches   Ende   rückt   nur   in   den   Bereich   des 
Möglichen, wenn du stark bewusstseinsverändernde Drogen zu dir nimmst 
und   du   noch   kaum   Erfahrungen   mit   deinem   Unterbewusstsein   hast. 
Bewusstseinsverändernde   Drogen   können   nicht   nur   zu 
Bewusstseinsveränderungen   und   auf   geistiges   Glatteis   führen   (z.B. 
Halluzinationen)   sondern   können   auch   physiologisch   toxisch   wirken, 
führen oft  zu Zellschädigungen und Zelltod.  Natürlich können  sie  auch 
geistige Krankheiten verstärken oder hervorrufen. Nimmst du also harte 
Drogen (von Alkohol bis LSD) musst du auch auf das »Härteste« gefasst 
sein, auf deinen selbst herbeigeführten Tod im Extremfall. 
Du   benötigst   keine   bewusstseinsverändernden   Drogen   auf   deinem 
Ausbildungsweg zum  ganzheitlich-freien Denken  im Alltagsmoment. Im 
Gegenteil,   denn   Entzugserscheinungen   oder   Sucht,   Unwohlsein   usw. 
machen dir das ganzheitlich-freie Leben unnötig schwer oder auf die Dauer 
unmöglich.
Also Merke: Alle Denkprozesse sind von deinem Nervensystem und seinen 

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