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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

bis   in  die  Umgebung  hinein  wirksam  werden.  Später   wirst   du  erleben 
können,   dass   bewusstes   ganzheitlich-freies   Denken   sehr   direkt     und 
unmittelbar wirken kann.

Meditation   ist   »künstlich   träumen«,   »aktiv   träumen«   oder   »meditativ 
träumen«.   Bis   zu   einem   bestimmten   ganzheitlich-freien   Punkt   ist   die 
Meditation ein weitgehend umweltreiz-unabhängig, rational-folgerichtiges 
Nachdenken  bzw.   ein   weitgehend  umweltreiz-unabhängiges,   emotional-
assoziatives   Nachdenken.   Als   Meditationsanfänger   schützt   du   dich 
während   der   Meditation   möglichst   vor   unmittelbaren,   ablenkenden 
Einwirkungen deiner Umgebung. Das geht besonders gut kurz vor dem 
Einschlafen.  Ein  ruhiges,  gemütliches  Plätzchen  gilt  es  für  den Anfang 
aufzusuchen. Dort gibst du dich (d)einer inneren Vorstellungswelt deines 
Nervensystems hin. Dort kannst du dann ungestört die Erlebnisse des Tages 
nachdenken, nachfühlen, ordnen, Standpunkte entwickeln. 
Du schaffst dir für und während deiner Meditation einen Zeit(frei)raum im 
Lebensmoment. In diesem Zeit(frei)raum kannst du dich aussöhnen. Hier 
kannst  du  das   (Nach)denken  bzw.   (Nach)fühlen  praktizieren  und  zwar 
anfangs   langsam   und   folgerichtig-rational   nachdenkend   &   positiv 
aussöhnend,   später   zunehmend   effektiver   emotional-assoziativ 
nachdenkend & liebevoll aussöhnend.
Du veränderst während der Meditation (aktivierst/ deaktivierst) bewusst 
mit   Hilfe   deines   Rationalwerkzeugs,   Emotionalwerkzeugs   und 
Metawerkzeugs   Nervenzellen   oder   Zellbereiche   bzw.   neuronalen 
Wirkeinheiten. Du veränderst also bewusst erst einmal dein Nervensystem 
selber während der Meditation!
Ziel   dieser   Veränderungen   sollte   die   positive,   liebevolle   Aussöhnung 
(Befreiung) deiner reflektierten folgerichtigen-rationalen Gedankeninhalte 
und emotional-assoziativen Gedankeninhalte sein.
Bei  dieser  bewussten Veränderung  deines  Nervensystems  veränderst  du 
jedoch nicht nur dich im Sinne der Ausbildung, sondern auch deine mit dir 
wirkungsvoll in Verbindung stehende Körpereinheit, deine Umgebung und 
die Alltagssituation im Umgebungssystem. So gesehen ist Meditation weder 
Zauberei   noch   eine   besondere   Gabe,   im   Gegenteil,   eher   etwas   ganz 
Natürliches   im   alltäglichen   Leben   des   bewusst   reflektierenden, 
nachdenkenden und nachfühlenden Menschen. Wandern und das Bewegen, 
das   Arbeiten,   das   Singen   und   das   Musizieren   usw.   können   so   ihr 
besonderes Erlebnis in bewussten Meditationen bis in den Moment hinein 
haben. Dein Ausbildungsleben kann so zur meditativen Trainingseinheit 
werden. Wo du auch hingehst, du bist bereits da, erlebend aber auch immer 
reflektierend, nachdenkend, meditierend, aussöhnend. 

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