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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

Hast du dich also einmal auf dein EW bewusst eingeschossen und bist an 
seine Benutzung gewöhnt, kannst du mit ihm sensibler, schneller, effektiver 
und vorausschauender entscheiden und reagieren. Denn du kannst nun mit 
deinem  EW   relativ   große   Teile   deiner   neuronalen   Kopie   bzw.   deines 
Nervensystems als Arbeits- und Entscheidungsgrundlage nutzen. 
Gerade   in   unübersichtlichen,   vielfältigen,   komplizierten, 
starkveränderlichen   Entscheidungs-   und   Lebenssituationen   kannst   du 
angemessen   reagieren   und   musst   nicht   erst   langwierige   logische 
Gedankenpfade   beschreiten,   die   dann   doch   zu   keiner   eindeutigen 
Entscheidung  führen.   Ein   Grund   weshalb   ein   nur   folgerichtig-rational 
denkender Mensch im Alltag noch lange nicht erfolgreich oder zufrieden 
und glücklich sein muss.
Das Emotionalwerkzeug ist wie gemacht für Umweltsituationen, die deinen 
folgerichtig-rationalen,   verbindlichen   Verstand   übersteigen.   Das   sind 
beispielsweise Entscheidungssituationen, in denen dein RW nicht richtig 
arbeiten kann, weil sie zu komplex, zu unüberschaubar, zu verworren und 
zu   undurchsichtig   sind,   dir   die   Details   durch   die   Lappen   gehen   und 
trotzdem schnelle Entscheidungen gefordert sind. Beim Autofahren auf der 
Stadtautobahn nachmittags um Fünf kommst du bei 160 Sachen allein mit 
deinem RW nicht weit. 
Hier verlässt du dich zum Grossteil auf deine EW-Arbeit. Du fährst mit 
Hilfe   deiner   unter-   oder   halbbewusst   entwickelten,   »eingefahrenen« 
neuronalen   Autofahr-Assoziationsfelder   bzw.   emotional-assoziativen 
Gedanken. Dein RW bastelt dir je nach Besonderheit der Verkehrssituation 
ab   und   zu   einen   Gedankengang   durch   dein   Fahrgefühl.   Du   nimmst 
komplexe (Verkehrs)Situationen und ihre »Stimmungen« wahr.
Dein EW ist dort meisterlich, wo es umgangssprachlich auf das Gefühl 
ankommt,   aufs   Händchen,   aufs   Gespür,   auf   eine   gewisse 
Erfahrungsgrundlage, wo der EW-Erfahrene kurz nachfühlt, still, schnell 
und flüssig entscheidet, handelt, während der folgerichtig-rational denkende 
Mensch noch lange nachdenken und scheitern muss. 
Besonders wenn nicht nur JA oder NEIN, sondern eine ganze bunte Palette 
von Möglichkeiten zur Auswahl stehen, dann ist dein Emotionalwerkzeug 
gefragt   und  lässt   dich  mit  hoher   Wahrscheinlichkeit   eine  dir   genehme 
Auswahl treffen. Bewusste Emotionen sind eben die Gefühlskomponente 
bei Entscheidungen oder Lebenssituationen oder bei der Arbeit. 
Ein herkömmlicher EQ-Test sollte dich mit deinem EW arbeiten lassen und 
damit besonders dein emotional-assoziatives Denkvermögen testen.

Nun ist dir auch klar, warum du in unserem obigen Beispiel eine »Eins 
minus«   bekommen   hast.   Du   hattest   den   einen   Lösungsschritt   der 

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