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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

seiner  Seite.  Zumindest  eine Tatsache  bleibt  anscheinend  unumstößlich: 
Alle dahingehenden Wirkeinheiten lösen innere Verbindungen und zerfallen 
zu   kleineren   Wirkeinheiten   mit   neuen   Eigenschaften.   Die   kleineren 
Wirkeinheiten   werden   netterweise   wieder   automatisch   mit   anderen 
Wirkeinheiten verbunden (Erde, Luft, Wasser, Bakterien, Käfer, Blume, 
Fuchs, usw.). Du bleibst also ein Bestandteil deiner Umgebung und des 
großen Energie- und Lebensteiges. 
Ein »beziehungsloses Nichts« ist für dein Nervensystem nicht folgerichtig-
rational  vorstellbar   und  für  dich  als   Mensch  auch  nicht  dauerhaft  und 
bewusst erlebbar (irgendwas ist immer). Kein Problem, denn weder deine 
Einzelteile,   noch   die   Begrifflichkeit   des   Todes   stehen   für   sich   allein. 
Außerdem, um dem Tod als folgerichtig-rationale Gegenüberstellung des 
Lebens seine existenzielle Bedrohlichkeit zu nehmen, besitzen wir ja zum 
Glück unsere emotional-assoziative und ganzheitlich-freie Funktionsebene 
des Nervensystems. Achtest du bewusst auf eine positive bzw. liebevolle 
Rückkopplung  und Aussöhnung  deiner  rational-folgerichtigen  Gedanken 
und   emotional-assoziativen   Gedanken   während   der  Ausbildung  in   der 
Alltagswirklichkeit deiner Umgebung, wird sich in deinem Nervensystem 
über die Bewusstwanderungen und über die Jahre die folgerichtig-rational 
begründete Grundangst vorm Tode auflösen und einer großen Liebe zum 
Umgebungssystem  weichen.   Diese   Liebe   zum  Umgebungssystem,   eine 
emotional-assoziative und besten Falls ganzheitlich-freie Wahrnehmungs-, 
Denk- bzw. Lebensweise im Alltagsmoment, die Zeitfreiheit des Todes, das 
Verbindungsprinzip und das Entstehungsprinzip können sehr viel Hoffnung 
geben   und   können   sogar   die   Grundlage   einer   wirklichkeits-   und 
umgebungssystemnahen Hoffnung auf Auferstehung oder Wiedergeburt im 
„Teig der Vielfalt“ sein. Ein Beschäftigung mit biologischen Arten, dem 
Boden, der Atmosphäre, kurz der Landschaft ist dahingehend besonders 
ratsam, weil wir uns ja im Moment des Todes in diesen Sphären auflösen, 
bzw. dort hin-über-gehen.
Oder   anders   gesagt:   Eine   Ideologie   oder   Religion,   die   es   in   ihrer 
Alltagspraxis nicht schafft den einzelnen Menschen für eine lebensnahe, 
liebevolle,  emotional-assoziative  und  ganzheitlich-freie Wahrnehmungs-, 
Denk-   bzw.   Lebensweise   im   Alltagsmoment   zu   öffnen,   wird   ihren 
Anhängern  keine  ehrliche  und  wirksame  (Lebens)Hilfe  bei   der  Lösung 
ihrer existenziellen, folgerichtig-rational begründeten Ängste vor dem Tod 
sein können. Je deutlicher uns im Leben das Zusammenspiel von unserer 
Körpereinheit   und   unserem   Umgebungssystem   wird,   umso   gelassener 
können   wir   in   unsere   gemeinsame,   nahe   und   ferne   Zukunft   blicken. 
Letztlich   darf   sich   jeder   einzelne   Mensch   selbstständig   und 
eigenverantwortlich   über   die   bewusste   positive   Rückkopplung   und 

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