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H A N D B U C H   D E S   B E W U S S T WA N D E R N S   O N L I N E

verstanden, dann dürfte dich ab heute nichts mehr in diesem Universum aus 
den   Socken   hauen.   Von   der   sprechenden   »Alien-Wappel-Warzen-
(Scham)Lippe«   im   Kinofilm,   bis   zum   ersten   Kloßkochversuch   deiner 
Schwester   an  Heiligabend  oder  dem  geklonten  Mäuseohr  auf Testkater 
Felix   im   Genetiklaboratorium...   oder   die   erstaunlichen   Träume   deines 
Freundes:   „Ich   hab   verblüffend   echte   Halluzinationen   wie   im   Traum 
erlebt.“ Nichts wird dich mehr schocken können, in Vorstellungswelten, wo 
alles   Sinnvolle   ohne  Sinn   erscheint,   genauso   wie   in   Zeiten,   wo   alles 
Sinnlose auf erstaunliche Weise über ein neues Bewusstsein sehr viel Sinn 
ergibt. 
Auch in deinem Nervensystem oder deiner Körpereinheit kannst du das 
Verbindungs- und Entstehungsprinzip entdecken. Ja sogar beim Sprechen, 
Denken und Fühlen kannst du es herausfinden. Du kannst dir auch deine 
Nervenzellen als Wirkeinheiten vorstellen. Sie haben meist die Form eines 
Baumes. Vorderes (Krone) und hinteres Ende (Wurzel) besitzen bis zu 10 
000  Verbindungsmöglichkeiten!  Etwas   vergrößert,   sieht  man  ihnen  ihre 
Verbindungsfreudigkeit schon an den Tausend »Nasenspitzen« an. 
Du   kannst   alle   Wirkeinheiten,   die   hauptsächlich   aus   Nervenzellen 
aufgebaut  sind,  neuronale Wirkeinheiten  nennen,  um  sie   nicht  mit  den 
Wirkeinheiten, die du außerhalb deines Nervensystems begreifen kannst, 
zu   verwechseln.   Milliarden   (!)   einzelner,   elementarer,   neuronaler 
Wirkeinheiten   (Nervenzellen)   können   sich   zu   immer   komplexeren, 
größeren, neuronalen Wirkeinheiten verbinden. Diese größeren neuronalen 
Wirkeinheiten ihrerseits wieder untereinander und so weiter. Solange bis 
eine größtmögliche neuronale Wirkeinheit in deinem Kopf entsteht, die du 
dir   aus   vielen   Milliarden   kleineren   Wirkeinheiten   zusammengesetzt, 
vorstellen kannst. 
Auch   in   deinem  Nervensystem  gilt   das   Entstehungsprinzip.   Mit   jeder 
wirkungsvollen   neuronalen   Verbindung   entsteht   also   auch   eine   neue, 
komplexere,   neuronale   Wirkeinheit   mit   neuen   qualitativen   oder 
quantitativen   Eigenschaften   oder   Fähigkeiten.   Sehen,   Hören,   Riechen, 
Schmecken,   Schreiben,   Rechnen,   Sprechen,   Hassen,   Weinen,   Lachen, 
Lieben, bewusst Lesen zu können, sind nur einige Beispiele solcher zum 
Teil  auch  recht  unterschiedlichen  Fähigkeiten  und  Eigenschaften  deines 
Nervenzellenhaufens. 

Was dein Nervensystem nicht allein kann, schafft es durch wirkungsvolle 
Verbindungen   mit   anderen   Teilsystemen   und   Wirkeinheiten   deines 
Körpers oder/ und deiner Umgebung. Ihm wohnt das gleiche Prinzip inne, 
welches  du  auch  mit  seiner  Hilfe  in  deiner  Umgebung  finden  kannst: 
Kooperation bzw. gemeinsames Zusammenwirken!

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